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Inhalt:

Warum steht der einst so häufige Haussperling auf der Roten Liste der bestandsbedrohten Vogelarten?

Argumente für unsere heimischen Bäume und Sträucher:

Das Jahr der heimischen Sträucher

Ökologisch wertvolle heimische Sträucher  

 Entscheiden Sie sich für die Natur

Hitparade der heimischen Fruchtsträucher

Wer die Wahl hat, hat die Qual:

Warum steht der einst so häufige Haussperling auf der Roten Liste der bestandsbedrohten Vogelarten?

Der Lebensraum in der Nähe des Menschen wird für den Spatz und für andere Tiere immer kleiner. Heimische Gehölze werden kaum mehr gepflanzt und so wird die Nahrung für Insekten und Vögel immer weniger. Ein Rotkehlchen oder ein Schmetterling kann mit einem Lebensbaum, Rhododendron oder einer Scheinzypresse überhaupt nichts anfangen, weil diese Exoten keine Nahrung bieten.

Das Problem ist, dass in den meisten Gärten eben diese exotischen Züchtungen gepflanzt werden. In diesen Gärten ist die Nahrung so knapp, dass selbst der Nachwuchs der noch häufig vorkommenden Meisen kaum flügge wird.

Um unsere Natur wieder in das Bewusstsein der Menschen zu bringen, haben wir dieses Faltblatt erstellt. Den Lebensbaum „Brabant" für 4,99 € aus dem Baumarkt kennt jeder Gartenbesitzer, aber wer kennt schon das Pfaffenhütchen oder den Wolligen Schneeball?

Um diesen Modetrend gegen die Natur zu stoppen, stellen wir auf den folgenden Seiten die wichtigsten heimischen Sträucher vor.

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Argumente für unsere heimischen Bäume und Sträucher

Angepasst und preisgünstig

Nur die heimischen Arten bieten Nahrung und Lebensraum für Zaunkönig, Schmetterlinge und Co. Heimische Arten sind unempfindlich, weil sie an unser Klima bestens angepasst sind. Kunstdünger und Spritzmittel sind überflüssig, auch Trockenperioden werden gut überstanden. Heimische Gehölze sind im Gegensatz zu Exoten sehr preisgünstig. Wildsträucher im Garten können vor allem lehrreich sein und unsere Kinder und uns selbst ganz bewusst zur Naturliebe hinführen. Dies ist eine Möglichkeit, ein Stück Natur mit eigenen Augen kennenzulernen.

Pflegeleicht

Ein modischer Kunstgarten ist viel aufwendiger als ein Naturgarten! Es geht viel mehr Zeit für die ständige Pflege verloren. Natursträucher benötigen kaum Pflege, werden sie groß, kann man sie einfach zurückschneiden.

Lebendig

In einem Naturgarten ist immer etwas los. Ständig gibt es Neues zu beobachten. Der aufgeschichtete Reisighaufen ist Brutplatz für Zaunkönig und Rotkehlchen, auch der Igel hat sich dort einquartiert. Auf der Salweide finden Insekten die erste Nahrung im Jahr, und die Beeren von Weißdorn und Eberesche sind im Winter wichtige Nahrung für viele Vögel (Winterfütterung ist im Naturgarten nicht nötig). An der Vogeltränke sind die Gartenbewohner problemlos zu beobachten. In den aufgehängten Vogelnistkästen füttern die Altvögel ihre Jungen mit Insekten, die sie im Naturgarten erbeutet haben. In so einem Garten haben Jungvögel gute Chancen flügge zu werden.

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 Das Jahr der heimischen Sträucher

Die Blütenpracht einer Azalee währt kurz: kaum 10 Tage. Und was äußerlich so schön aussieht, bleibt eine fruchtlose Zier, denn die mit den Rhododendren verwandten Azaleen sind meistens unfruchtbar. Auch ansonsten herrscht im immergrünen Zierstrauchgarten wenig Abwechslung, man möchte fast sagen, er sieht immer gleich grün langweilig aus. Einen Herbst mit buntem Laubkleid oder einen Winter mit schönen Früchten und kahlen Zweigen kennt er meist nicht. Und weil wir, oft ohne es zu wissen, mit viel Kunst und Zier das Leben aus ihm verbannt haben, ist er auch biologisch so gut wie tot. Warum eigentlich Vielfalt gegen Monotonie und Lebendiges gegen Totes tauschen? Die Palette unserer heimischen Sträucher,die so dekorativ sind und soviel Leben geben, holt unseren Augen die Abwechslung der Jahreszeiten in den Garten zurück. Von Anfang Januar bis Ende Dezember reicht das Jahr der Wildsträucher. Im Winter leuchten unter weißen Schneehäubchen rote Früchte von Hagebutte oder Heckenrose. Mit den ersten wärmere  Stunden oft im Februar, gewiss aber ab März, erwacht dann das Knospenleben: Gelbe Pollenmasse streut der Haselstrauch aus daumenlangen Kätzchen in den Wind und auch Salweiden zeigen sich im Gelb und Zartgrün großer Blüten. Ende April bis weit in den Mai hinein sprießt es dann weiß an den langsam sich begrünenden Dornenzweigen der Schlehe, der Wollige Schneeball öffnet seine Scheindolden und zwischen dem Blattgrün der Heckenkirsche erscheinen, stets zu zweit angeordnet, blassgelbe Blüten. Gleichzeitig erfüllt ein intensiver Duft den Garten: Der Weißdorn blüht und lockt mit seinem Geruch tausende Insekten in sein Blütenmeer. Der Monat Juli bliebe für das Zartrosa oder Weiß von Wildrosen und das Lila von Heckrosen reserviert, wären da nicht die weißen Scheindolden von Holunder, Hartriegel oder Gemeinen Schneeball. Im Juli folgen Waldrebe und Brombeere und schon jetzt tauchen erste Früchte auf. Etwa lockt das grelle Rot des Traubenholunders kontrastreich zum Grün der Umgebung. Der August ist schließlich die hohe Zeit des Waldgeißblattes; seine lange gelb-rötlichen Trompetenblüten gehören zum Schönsten unserer heimischen Gewächse. Während das Waldgeißblatt beinahe den letzten Akzent in unserer Blütenpracht setzt, ist woanders die Fruchtproduktion in vollem Gange. Heckenkirsche, Holunder und Wolliger Schneeball reifen, bringen Rot und Schwarz ins Grün. Oder Orange und Rosa wie durch die Früchte des Pfaffenhütchen. Blau zwischen grünen Zweigen färben sich demnächst die noch grünen Schlehenfrüchte– zu einer Zeit, in der der Hartriegel bereits beginnt, mit intensiv blutrot sich färbenden Blättern und Zweigen den nahenden Herbst anzuzeigen. Überhaupt bricht ab September die bunteste Zeit im Jahr der heimischen Sträucher an. Je nach Strauchart offeriert die Natur im Herbstlaub von Gelb über Braun bis Rot die ganzen warmen Farbtöne. Dazu schimmern, glänzen oder leuchten in allen Schattierungen die Früchte der heimischen Sträucher bis weit hinein in den Winter – Schönheiten unserer Natur!

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Ökologisch wertvolle heimische Sträucher

Tabellenerklärung

Boden

A= bevorzugt eher sandigen, steinigen, nährstoffarmen Boden

B= bevorzugt eher lehmigen, humosen, nährstoffreichen Boden

C= bevorzugt eher kalkhaltigen Boden

D= bevorzugt eher sauren Boden

Feuchte

trocken - Boden oft gelegentlich austrocknend, dann locker und

staubig oder fest und hellere Farbe

frisch – Selten austrocknend, meist feucht. Beim Drücken einer

Probe tropft kein Wasser ab, dunklere Färbung

feucht bis nass – Nie austrocknend, immer feucht. Beim Drücken

einer Probe tritt Wasser aus, dunkelste Farbe

Licht

sonnig – überwiegend oder ganztägig Sonne

mittel – Wechsel zwischen Sonne und Schatten, aber mehr Sonne

schattig – überwiegend Schatten

Schnittverträglichkeit

Nur die schnittverträglichen Pflanzen können Sie in Höhe und

Breite so zurechtstutzen, wie Sie wünschen.

 

Höhe

Beachten Sie die Höhenangaben, vor allem dann, wenn Sie

etwas vor dem Parterrefenster pflanzen wollen oder wenn

zu hohe Pflanzen das Gemüsebeet beschatten können.

5+ heißt übrigens: Die Pflanze kann „höher als 5 Meter"

wachsen.

Heckeneignung

Oft will man einen Zaun ersetzen, sich vor Blicken oder dem

Verkehr abschirmen und Tieren Nahrung und Unterschlupf

geben. Wenn „ja" in dieser Spalte steht; ist die Pflanze gut

für eine Hecke geeignet.

Blütemonat

Bei geschickter Pflanzenwahl lässt sich erreichen, dass

viele Monate etwas blüht.

Besonderes

In Stichworten erfahren Sie hier, wofür eine Pflanze gut

geeignet oder verträglich ist. Hätten wir ein Angebot von

Exoten, herrschte „gähnende Lehre" in dieser Spalte.

 

 

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Entscheiden Sie sich für die Natur

Entscheiden Sie sich bei der Neuanlage oder Umgestaltung Ihres Gartens für die Natur! Geben Sie unseren heimischen Tieren und Pflanzen eine Chance!

Beachten Sie beim Kauf der Sträucher immer die lateinischen Namen. Nur so können Sie sicher sein die Wildformen zu bekommen. Der Fachhandel kann alle hier aufgeführten Pflanzen, wenn nötig, kurzfristig bestellen..

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Hitparade der heimischen Fruchtsträucher

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Wer die Wahl hat, hat die Qual:

In der Tabelle finden Sie fruchttragende Sträucher unserer Heimat und die Zahl

der von diesen Sträuchern lebenden Vögel und Säugetiere. Alle Arten können auch

im Garten als Einzelsträucher oder in Heckenform gepflanzt werden.

Mischhecken aus mindestens zehn Arten sind zu empfehlen.

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