Barnbruch  hat einen sehr hohen Schutzstatus:
Naturschutzgebiet "Flora Fauna Habitat"

Vogelschutzgebiet nach EU-Recht

       

Wir hoffen, dass endlich dieses FFH Gebiet erhalten wird, so wie es im Schutzzweck des Pflege- und Entwicklungsplanes gefordert wird.

Schutzzweck ist : Erhaltung eines Feuchtgebietes mit natürlichem bzw. naturnahem Wald, und seinen Tier und Pflanzenarten.

 

Pressemitteilung des NABU-Ortsgruppe Wolfsburg:   

 Der Barnbruch trocknet aus!

  Eines der wichtigsten Naturschutzgebiete in Niedersachsen, der Barnbruch, trocknet immer mehr aus.  Besonders der Waldbereich der komplett nach FFH (Flora Fauna Habitat) Richtlinie geschützt ist, leidet unter einem immensen Wasserverlust. Der Wald hat einen sehr hohen Schutzstatus, als Naturschutzgebiet, als FFH Gebiet und nach EU Recht als Vogelschutzgebiet.  Doch diese Verordnungen haben den drastischen Niedergang nicht verhindert. Der Wald war um 1833 ein Erlenbruchrevier mit den typischen Laubbaumarten für feuchte Standorte. 1870 wurde der Allerkanal gebaut, ab dem Zeitpunkt blieben die natürlichen Überschwemmungen aus und es wurde vom Forstamt verstärkt naturferne Kiefernmonokulturen angelegt.  Da Kiefern nicht gerne im feuchten Untergrund wachsen, wurden unzählige Entwässerungsgräben angelegt um den Barnbruch zu entwässern.  Diese Gräben bestehen bis heute und sorgen dafür, dass das Wasser schnell aus Land und Forstwirtschaftlichen Gebieten abläuft. In den letzen Jahrzehnten haben sich trotz sehr starker Entwässerung in vielen Bereichen noch Feuchtstandorte gehalten, die den großen Schatz des FFH Gebietes darstellten.  Im Pflege und Entwicklungsplan wird darauf hingewiesen, dass die feuchten Bereiche dringend erhalten werden müssen.

  Die Klimaerwärmung verschärft die Wasserversorgung für die Zukunft.

  Der NABU Gifhorn und NABU Wolfsburg fordern eine sofortige Modernisierung des Wassermanagements im gesamten Barnbruch ! In der heutigen Zeit darf das Wasser welches im Winter im Gebiet ist, nicht sofort über Gräben schnell entfernt werden.  Bei der, in den nächsten Jahrzehnten zu erwartenden Sommertrockenheit hat der Wald keine Wasserreserven und der Grundwasserstand sinkt wie in den letzten Jahren zu beobachten um 2 - 3 Meter !! Das hat heute schon zur Folge das uralte Eichen komplett absterben oder Eschenbestände aus Wassermangel großflächig vertrocknen.  Das ist jetzt schon bittere Realität

 Auch die Landwirtschaft hat unter der Entwässerung zu leiden

Nicht nur für die Natur auch für die Landwirtschaft im Barnbruch hat die zunehmende Trockenheit schwerwiegende Folgen. Da das Winterwasser schnell abgeführt wird, ist auch für die Nutzpflanzen nur noch wenig Wasser vorhanden. Landwirtschaft und Naturschutz profitieren gemeinsam von einem modernen Wasserrückhaltesystem.                       

Es ist genügend Wasser vorhanden

Die Klimaprognosen sind eindeutig, wir werden im Winter Wasser zur Verfügung haben, aber im Sommer wird der Niederschlag in den nächsten Jahrzehnten stark zurückgehen.  Wir müssen jetzt sofort reagieren und dem Barnbruchswald die Funktion als Wasserspeicher zurückgeben, die er früher einmal hatte!  Dem NABU liegen alte Forstamtskarten vor, auf denen alle Informationen dargestellt sind, die man braucht um dieses einmalige Naturgebiet zu retten, und die Wasserversorgung der Zukunft auch im Sommer sicherzustellen.  Niederschlagswasser der Wintermonate kann in tieferen Bereichen des Waldes (siehe Karte) wie in einer Zisterne gelagert werden und dieses Wasser wird langsam an das Grundwasser abgegeben.  Das Wasser wird in der Zukunft zu kostbar um es einfach abzuleiten!  Durch dieses modernere System ist auch im Sommer genügend Grundwasser für die Beregnung landwirtschaftlicher Flächen vorhanden.

"Schwamm" Barnbruch

Das EU Projekt NO REGRET zielt genau auf diese Wasserproblematik, der Kreis Gifhorn und die Landwirtschaftkammer Uelzen arbeiten an einem Konzept wie das Wasserproblem der Zukunft zu lösen ist.  Das zeigt, Naturschutz und Landwirtschaft sollten schnellstens Konzepte für eine Wasserrückhaltung entwickeln, in Flächen wo das Wasser problemlos zwischengelagert werden kann.  Und ein wichtiger "Schwamm" ist der Barnbruch. 

 55 % des Waldes besteht aus naturfernen Kiefernmonokulturen

Im Pflege und Entwicklungsplan ist zu lesen, dass 55 % des Waldes aus naturfernen Kiefernmonokulturen besteht.  Laut Plan soll diese Fläche in einen Laubmischwald mit feuchten Bereichen umgewandelt werden.  Unserer Meinung nach, dauert diese Umwandlung viel zu lange ! In einem so wichtigen Gebiet müsste kurzfristig, auch wenn die Kiefern noch nicht hiebreif sind, in Laubwald umgewandelt werden.  Diese Monokulturen sind stark sturmgefährdet und sind ein Grund, warum so viele Gräben im Barnbruch sind. Das Umweltministerium in Hannover, das NLWKN, die Städte Gifhorn und Wolfsburg und das Forstamt wissen um die Problematik des Barnbruchs.  Den Vorstoß Gifhorns,Wolfsburgs und des Forstamts ein Wassergutachten erstellen zu lassen, begrüßen wir.

 

Geschichte:

Quelle: Jürgen Schröder, "Der Barnbruch", aus Naturschutzgebiete im Raum Gifhorn-Wolfsburg, Schriftenreihe zur Heimatkunde der Sparkasse Gifhorn-Wolfsburg, 1986

1770 Unerschlossener Sumpf- und Erlenbruch

1833 Baumartenverteilung: 1% Kiefer, 2% Eiche,  Rest: Erle (über 90%)

1860-63 Bau des Allerkanals

1875 Baumartenverteilung: 41% Kiefer, 19% Birke, 41% Erle

um 1970 Aus dem ursprünglichen Sumpfgebiet ist ein "Feuchtgebiet mit kleinräumig wechselnden Waldgesellschaften"  geworden.