MARTIN FLADE - JÜRGEN JEBRAM                                                                                                                                            Nabu-Wolfsburg *  Start

unter Mitarbeit von

Christof Bobzin - Tobias Bufler - Günter Latzel   - Dirk Zimmermann

  DIE VÖGEL DES WOLFSBURGER RAUMES

im Spannungsfeld zwischen Industriestadt und Natur

620 Seiten, mit 66 Farbfotos, zahlreichen Schwarzweiß-Fotos, Abbildungen, Verbreitungskarten, Grafiken und Tabellen.

  Herausgegeben vom Naturschutzbund Deutschland, Kreisgruppe Wolfsburg (Bezugsadresse: NABU Wolfsburg, Michael Kühn, Seekannenring 8, 38446 Wolfsburg,   oder  E-mail:  mkuehn3@gmx.de  

 Preis 15€

  Der Inhalt

In Wolfsburg, ganz im Osten Niedersachsens, prallen zwei Welten aufeinander: Auf der einen Seite die seit den 1930er Jahren wie aus dem Nichts entstandene Industriestadt Wolfsburg, damals noch »Stadt des Kraft-durch-Freude-Wagens«, die sich in der ehemals sehr dünn besiedelten, ländlichen Gegend auf heute 130.000 Einwohner entwickelt hat.  Auf der anderen Seite faszinierende Landschaften mit - zumindest für altbundesrepublikanische Verhältnisse - überraschendem Natur- und Vogelreichtum.  Auf der einen Seite kilometerlange Werkshallen und Parkplätze, Kraftwerke, Mülldeponien, Freileitungen und die Landschaft zerschneidende Schnellstraßen, auf der anderen Seite die verträumte Niederung des Drömlings, die naturnahen Feuchtgebiete des Barnbruchs und der Allerniederung, die Buchenwälder des Braunschweiger Hügellandes und die ausgedehnten Kiefernforste und Moore der Ostheide.

  In diesem Spannungsfeld lebt eine immer noch überaus reichhaltige Vogelwelt, die aufgrund der wechselvollen Landschaftsgeschichte gekennzeichnet ist durch und teilweise heftige Bestandsveränderungen.  Gleichzeitig oder vielleicht auch wegen dieser Gegensätze und Veränderungen hat sich der Wolfsburger Raum zu einem der Zentren der vogelkundlichen Forschung im norddeutschen Raum entwickelt: Großflächige, quantitative Brutvogelbestandsaufnahmen, seit Jahrzehnten laufende Beringungsprogramme, detaillierte brutbiologische und populationsökologische Untersuchungen an einzelnen Arten liefern ein zwar für die Vogelorten und Teilflüchen sehr unterschiedliches, aber ungewöhnlich umfangreiches und aussagekräftiges Datenmaterial.  Die sechs (ursprünglich) Wolfsburger Autoren haben sich nun der umfassenden Auswertung und Darstellung der vogelkundlichen Daten dieses interessanten Studiengebietes angenommen.

  Im einleitenden, allgemeinen Teil wird zunächst die Landschaft des 500 kM2 großen Untersuchungsgebietes, ihre Vegetation, Nutzung, Tierwelt und Landschaftsgeschichte beschrieben und mit zahlreichen, größtenteils farbigen Fotos illustriert.  Dem folgt eine Darstellung der Geschichte der Vogelkunde und des Vogelschutzes im Wolfsburger Raum.

Im Speziellen Teil werden alle im Untersuchungsgebiet nachgewiesenen Vogelarten behandelt, und zwar aufgeteilt in die Abschnitte Verbreitung, Bestandsentwicklung, Lebensraum und Jahresrhythmus.  Die Befunde werden durch zahlreiche Verbreitungskarten, Diagramme und andere Graphiken anschaulich dargestellt.  Besonderes Gewicht liegt auf der Darstellung der Bestandsveränderungen und ihrer Ursachen sowie auf der Beschreibung der besiedelten Lebensräume. Für den schnellen Überblick wird schließlich eine tabellarische Übersicht über das jahreszeitliche Auftreten der Arten gegeben.  Eine weitere Übersicht beinhaltet eine Artenliste mit Status und Häufigkeit der einzelnen  Arten (zugleich Artenindex).

  Eine Besonderheit stellt das Kapitel über Bedeutung, Gefährdung und Schutz der Vogelgemeinschaften des Wolfsburger Raumes dar.  Auf der Grundlage des für Norddeutschland entworfenen Leitartenmodells von Flade (Dissertation) und einer Auswertung und Bewertung des Wolfsburger Datenmaterials Landschaftsrahmenplan von Jebram (Diplomarbeit) werden die Bedeutung und die Gefährdung Wolfsburger Vogelwelt im regionalen, landesweiten und nationalen Vergleich dargestellt und konkrete, bezogene Schutz- und Entwicklungsmaßnahmen abgeleitet.

  Ein Anhang mit den Originaldaten von 44 Siedlungsdichte-Untersuchungsflüchen beschließt das Werk.                                                                                       8/2012

                                                                                                                                                            

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